mit dem Historiker Oliver Siebisch

mit dem Historiker Oliver Siebisch

Podcast - Aus dem Leben | 23.09.2026 | Dauer: 00:48:57 | SR 3 - Karin Mayer

Themen

Bis Mitte der 1950er-Jahre war in vielen saarländischen Kinos vor dem eigentlichen Hauptfilm eine saarländische Wochenschau zu sehen. Gezeigt wurden kurze Filme über die Politik im damals teilautonomen Saarland unter Ministerpräsident Johannes Hoffmann, über die Rückkehr der letzten Kriegsheimkehrer aus Russland bis hin zu Besuchen von Filmstars wie Hans Albers oder Fußballspielen des 1. FC Saarbrücken. Doch unabhängig des jeweiligen Themas diente die Wochenschau stets als Sprachrohr der saarländischen Regierung auf ihrem Weg zur Anerkennung als autonomer Saarstaat und zur Förderung dessen europäischen Integration. Heute befindet sich ein Teil der Filme, die damals mithilfe der französischen Produktionsfirma Gaumont-Actualités für die Vorführung in den saarländischen Kinos produziert wurden, digitalisiert im Archiv des Saarländischen Rundfunks. Dieses Archivmaterial sowie vereinzelte Produktionsunterlagen im Saarländischen Landesarchiv hat der Historiker und Referent bei der Union Stiftung, Dr. Oliver Siebisch, erstmals umfassend wissenschaftlich untersucht. Daraus ist sein Buch „Die saarländische Kinowochenschau. Ein Medium der Regierung des Saarlandes 1949–1956“ entstanden. Als Historiker und Referent der Union Stiftung beschäftigt sich Oliver Siebisch unter anderem mit erinnerungskulturellen und identitätsstiftenden Themen des Saarlandes. In SR 3 „Aus dem Leben“ unterhält sich der Historiker mit Gastgeber Uwe Jäger über die Besonderheiten der saarländischen Kinowochenschau und darüber, warum sie für ihn ein „einzigartiges Bewegtbildgedächtnis des teilautonomen Saarstaates“ ist.

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